Die Digitale Transformation im Bauwesen


Die Baustelle der Zukunft ist digital! Autonome Baumaschinen, Drohnen und 3D-Drucker werden auf der Baustelle so selbstverständlich sein wie die intelligente Vernetzung von Mensch und Maschine. Investitionen in Software und neue Technologien, wie kollaborative Roboter, Wearables, Smart Sensors gehören für die Bauunternehmer von Morgen zum festen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Durch die zunehmende Digitalisierung aller Schritte entlang der Wertschöpfungskette Planen – Bauen – Betreiben erfährt die Zusammenarbeit aller Gewerke auf der Baustelle zudem einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel.


Als gesamtschweizerische Berufs-, Wirtschafts- und Arbeitgeberorganisation der Unternehmungen des Hoch- und Tiefbaus sowie verwandter Zweige des Bauhauptgewerbes unterstützt der Schweizerische Baumeisterverband SBV mit dem Konzept Baumeister 5.0 die Mitglieder, das Bauhauptgewerbe und die gesamte Branche bei der digitalen Transformation.


Starke Partnerschaften


Um die notwendige Hebelwirkung für die Digitale Transformation der Mitglieder, das Bauhauptgewerbe und die gesamte Branche zu erreichen, strebt der SBV eine starke Kooperation und Kollaboration mit externen Partnern an. Die identifizierten Partner sind Ausfluss umfassender Analysen, wen genau man als Partner betrachten möchte und wie man mit diesen umzugehen gedenkt. Die Identifikation der relevanten Akteure erfolgt jeweils mit Blick auf die strategischen Schwerpunkte und Ziele des Konzepts. Hier gilt es je nach Akteur, ggf. Rahmenbedingungen sicherzustellen, Kooperationen einzugehen, im Interesse des Bauhauptgewerbe Stellung zu nehmen und final das Bauhauptgewerbe als innovative Branche zu positionieren.


Ziele & Strategische Schwerpunkte


Mit seinen Dienstleistungen und Produkten im Kontext der Digitalisierung verfolgt der SBV einen dreidimensionalen Ansatz, welcher sich im Wesentlichen an der digitalen Befähigung des Unternehmers (Mikroebene), der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmung (Mesoebene) und einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen Schweizer Bauwirtschaft (Makroebene) orientiert. Auf Mikroebene befähigt das Konzept die Bauunternehmer dahingehend, dass diese die grundlegenden Fertigkeiten erlangen, um die Herausforderung der Digitalisierung überhaupt angehen zu können. Die Massnahmen und Aktivitäten auf der Mesoebene dienen der konkreten Adaption oder Transformation der Bauunternehmungen, mit dem Ziel die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmungen für das digitale Zeitalter sicherzustellen. Auf der Makroebene stellt das Konzept sicher, dass für eine erfolgreiche Transformation die notwendigen technischen, politischen, normativen und bildungsspezifischen Barrieren abgebaut und positiven Rahmenbedingungen aufgebaut werden. Um diese Ziel zur erreichen setzt der SBV auf folgende sechs strategische Schwerpunkte:



  1. Produktivität: Digitale Bauprozesse gezielt vorantreiben

  2. Kompetenz: Digitalisierung in der Aus- und Weiterbildung etablieren

  3. Innovation: Baurelevante Innovationen gezielt vorantreiben

  4. Transformation: Den Transformationsprozess aktiv unterstützen

  5. Nachhaltigkeit: Nachhaltiges Bauen durch Digitalisierung vorantreiben

  6.  Rahmenbedingungen: Digitale Rahmenbedingungen sicherstellen


3-Phasen-Umsetzungsprogramm


Die Umsetzung des Konzepts erfolgt anhand eines klar strukturierten 3-Phasen-Programmes mit klaren Startdaten aber ohne explizite Enddaten.



  1. In der ersten Phase, der Sensibilisierung, stellt der SBV sicher, dass das Bauhauptgewerbe fortlaufend und proaktiv für die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung sensibilisiert werden.

  2. Mit Start der zweiten Phase, der Befähigung, werden zentrale Massnahmen und Aktivitäten vorangetrieben, welche die Unternehmer für das digitale Zeitalter befähigen sollen.

  3. In der letzten Phase, der Transformation, ist ein praxisnahes Programm in Form von Beratungsdienstleistungen vorgesehen, um die Mitglieder bei der digitalen Transformation aktiv zu unterstützen.


Der Baumeister 5.0


Weil die Digitalisierung der Bauwirtschaft nicht nur eine Frage von neuen Technologien ist – sondern auch neue Prozesse, Arbeitsweisen und Geschwindigkeiten bedeutet, ist der kritische Erfolgsfaktor für die Digitalisierung der Bauwirtschaft der Unternehmer selbst. Schliesslich entscheidet er, ob er bereit ist, die digitale Transformation voranzutreiben oder ob er am StatusQuo festhält.


Mission & Vision


Der Bauunternehmer von Morgen, der Baumeister 5.0, zeichnet sich dadurch aus, dass er ganz genau weiss, wie er sein Unternehmen in die digitale Zukunft steuert und wie er die Chancen der digitalen Baustelle abschöpfen kann. Erforderlich sind neue Kompetenzen und ein zunehmendes Denken in digitalen Geschäftsmodellen sowie ein Wandel in der Geschäftskultur. Der Baumeister 5.0 muss als Unternehmer fähig sein, einerseits die aus dem digitalen Wandel resultierenden Veränderungen in den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen (Strategie,Struktur, Kultur etc.) zu erkennen und andererseits den digitalen Transformationsprozess erfolgreich zu bewältigen. Er agiert als digitaler Vorreiter im Unternehmen und treibt den Transformationsprozess aktiv voran. Er wird entscheiden müssen, welche Geschäftsbereiche und Technologien sich für die digitale Transformation eignen und diese mit den notwendigen Ressourcen für die Umsetzung sicherstellen. Wohin soll die Reise gehen? Welche Technologien sind relevant für mein Geschäft? Welche neuen Geschäftsfelder kann ich mithilfe der Digitalisierung erschliessen? Der Baumeister 5.0 wird sich diesen Fragen stellen müssen und eine einheitliche Sichtweise in Form einer digitalen Roadmap für die digitale Zukunft der Bauunternehmung entwickeln. Er scheut nicht davor zurück, neue technische und vernetzte Plattformen sowie neue digitale Planungsmethoden für die digitale Kollaboration einzusetzen. Der Baumeister 5.0 schafft die notwendigen Freiräume, wo er sich und seine Mitarbeiter für die Herausforderungen der digitalen Baustelle befähigen kann.