Dank der Digitalisierung zu neuen Aufträgen

Das Startup smartconext bietet auch kleinen Bauunternehmen die Chance, dank einer neuen digitalen Technologie, die Baugesuche automatisch zugänglich macht, einfacher akquirieren zu können.

Disruptive Innovationen verändern die Welt: In der Vergangenheit machte etwa die Glühlampe elektrisches Licht überall verfügbar und ersetzte Gaslampen und Kerzen. Aktuell übernehmen Smartphones die Funktionen vieler anderer Geräte wie die des Fotoapparates. Welches disruptives Innovationspotenzial birgt die Digitalisierung für den Bau? "Unser Startup smartconext führt dank disruptiven Technologien zu einem Umbruch im Baugewerbe", sagt Dominik Mahn, Gründer und CEO von smartconext, selbstbewusst. Konkret meint er damit, dass smartconext Baugesuche auch für kleine Unternehmen mit geringen Budgets zugänglich macht. In der Schweiz ist die Veröffentlichung von Baugesuchen obligatorisch. Pro Jahr werden rund 50 000 Baugesuche mit einer Bausumme von insgesamt 66 Milliarden Franken verzeichnet. Jedes dieser Baugesuche stellt für Handwerksbetriebe eine Auftragschance dar. Allerdings ist es bekanntlich so, dass gerade kleine Unternehmen angesichts der geringen Marge darauf angewiesen sind, ihren administrativen Aufwand gering zu halten. Selbst die Baugesuche herauszusuchen, entfällt als Möglichkeit folglich. Es gibt Dienstleister, die die Baugesuche sammeln und Bauunternehmen zur Verfügung stellen. Diese Angebote sind aber relativ teuer sowie komplex in der Anwendung und dadurch grösseren Betrieben vorbehalten.

Automatisierte Datenverarbeitung

Hier kommt smartconext ins Spiel. Mithilfe modernster Technologien wie "Robotic Process Automation" können vorhandene Informationen zu Baugesuchen aus allen möglichen Quellen automatisch erfasst werden. Diese Daten werden anschliessend durch den Einsatz von Artificial Intelligence und Machine Learning analysiert, aufbereitet und der Baubranche zugänglich gemacht. Smartconext hat diese intelligenten Algorithmen in der Schweiz als erstes Unternehmen genutzt. Der grosse Vorteil für Kunden: Eine aufwendige Recherche, die bei anderen Anbietern zahlreiche Mitarbeitende ausführen, entfällt, weshalb smartconext sehr kostengünstig zu den Daten kommt. Dieser Preisvorteil wird eins zu eins an die Kunden weitergegeben. Selbst kleine Handwerksbetriebe erhalten so einfach Zugang zu möglichen neuen Kunden. Die Vision von Mahn, der das Startup zusammen mit seinem Partner Daniel Smith aufgebaut hat, ist es, für möglichst einfache und günstige Prozesse zu sorgen. "Wir möchten die Hürde auch für Kleinbetriebe so gering wie möglich halten, sodass möglichst viele Zugang zu unserem Tool haben. Es sollen alle von der Digitalisierung profitieren können", erklärt er.

Live seit 2. Juni 2020

Seit dem 2. Juni 2020 ist smartconext-bau.ch online und stellt Bauunternehmern Baugesuche aus der Deutschschweiz zur Verfügung. "Als digital aufgestelltes Unternehmen im Bereich Technologie- und Software-Entwicklung hat smartconext den Anspruch, sich laufend weiterzuentwickeln und neue Funktionen seinen Kunden automatisch zugänglich zu machen", sagt Mahn und verrät: "Wir entwickeln weiter."

 

Susanna Vanek ist Redaktionsleiterin der Schweizer Bauwirtschaft und schreibt an dieser Stelle auch Fachartikel über die Digitalisierung im Baugewerbe.

Autor: Susanna Vanek

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