Skanska: Digitale Mentoren

Der schwedische Baukonzern Skanska will bis 2023 die Baukosten um 20 Prozent senken – dank der Digitalisierung.

 

Der schwedische Konzern Skanska ist weltweit die Nummer fünf unter den Bauriesen und will diese Position auch verteidigen. Das Unternehmen hat BIM weltweit schon bei verschiedenen Projekten angewendet. Nun soll die Digitalisierung den Weg in ein erfolgreiche Zukunft ebnen. Skanska Schweden soll bis 2023 die Kosten um 20 Prozent senken, die Bauzeit um 25 Prozent reduzieren und die Ergebnisse im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz verbessern. Ermöglicht werden soll dies durch die Implementierung von zukunftsweisenden digitalen Technologien. Später sollen weitere Unternenehmensbereiche auf der ganzen Welt folgen.

Das Unternehmen stellt dazu verschiedene Technologien zur Verfügung, die den Arbeitsalltag erleichtern sollen. Diese nutzen aber nur, wenn sie tatsächlich angewendet werden. Die Verantwortlichen von Skanska sind jedenfalls zum Schluss gekommen, dass der Faktor Mensch entscheidend sein wird, dass es also nicht an der richtigen Einstellung der Mitarbeitenden gegenüber den neuen digitalen Tools fehlen darf. Deshalb stellt das Unternehmen Mitarbeitenden und Abteilungen Digital Trainer zur Verfügung, die als Mentoren den digitalen Wandel begleiten und die Angestellten zu einer effizienten Nutzung der neuen Technologien hinführen.

 

 

Aus Projekten lernen

Im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie stet die Digital Construction Platform, bei deren Entwicklung die Autodesk-Programme BIM 360 und Forge sowie Software von Microsoft und Bluebeam zu Zug kamen. Es geht um die Zusammenarbeit, weil die Daten aus abgeschlossenen Projekten gespeichert und analysiert werden. Mithilfe von unternehmenseigenen Tools werden sie in laufende Projekte eingespiesen. So soll verhindert werden, dass auf der Basis veralteter und kostspieliger Fehlinformationen gearbeitet wird. Die Auswertung der Daten erfolgt mithilfe von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Die Daten werden von Maschinen, Sensoren und Kameras angeliefert. Die Auswertung dieser Datemenge stellt denn auch die Knacknuss des Projektes dar, bislang hapert es an der Automatisierung. Allerdings zeigt sich schon jetzt, dass die erhobenen Daten für laufende Bauvorhaben relevant sind. Maschinelles Lernen soll die Auswertung grösserer Datenmengen ermöglichen, damit die daraus gewonnen Erkenntnisse den Projektleitern und Subunternehmern zur Verfügung stehen.

Das Erfassen von Daten dient nicht nur der Effizienz, sondern auch der Sicherheit und dem Umweltschutz. So gibt es eine Software zur Objekterkennung, die Warnmeldungen verbreitet, wenn sich Mitarbeitende oder Subunternehmer in einem Risikobereich bewegen. Anhand von Visualisierungen mit BIM 360 und anderen Tools kann überprüft werden, ob die erforderliche Schutzausrüstung tatsächlich getragen wird.

Gleichzeitig wird der CO2-Ausstoss dokumentiert, mit dem Ziel, diesen zu verkleinern. Skanska sieht den Umweltschutz nicht als lästiges Übel an, sondern als eine Möglichkeit, in Zukunft erfolgreicher zu werden. So soll maschinelles Lernen eine Routenoptimierung ermöglichen, was wiederum zu einer Verringerung von Emissionen führt. Eine weitere Massnahme: Die Entwicklungsinitiative DigiHub soll Forschung und Innovation fördern, indem neue Produkte und Leistungsangebote vor ihrer konzernweiten Implementierung in kleinem Massstab getestet werden.

 

Teamarbeit zählt

Indes: In Interviews zeigen sich Verantwortliche von Skanska immer wieder davon überzeugt, dass die Wettbewerbsfähigkeit von Bauunternehmen nicht von der Anzahl digitaler Tools, die angeschafft werden, abhängt, sondern von der Teamarbeit. Erst wenn digitale Hilfsmittel selbstverständlich genutzt werden, generieren sie einen Mehrwert. Dementsprechend wichtig ist der Einsatz der Digital-Trainer.

 

 

 

 

Susanna Vanek ist Redaktionsleiterin der Schweizer Bauwirtschaft und schreibt an dieser Stelle auch Fachartikel über die Digitalisierung im Baugewerbe.

Autor: Susanna Vanek

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